Alcatraz

Die Insel Alcatraz liegt mitten in der Bucht von San Francisco, Kalifornien in den USA.
Sie wurde früher als Standort für ein befestigtes Fort und danach als Hochsicherheitsgefängnis genutzt, dient aber inzwischen lediglich als Touristenattraktion.
Die 500 Meter lange und bis zu 41 Meter hohe Sandsteininsel diente nicht nur als Standort für ein Gefängnis.
Auf der 85.000 m² großen Insel befindet sich auch der älteste Leuchtturm der US-amerikanischen Westküste.
Der spanische Forscher Juan Manuel de Ayala segelte 1775 in die Bucht von San Francisco und gab den Inseln, die er dort vorfand, ihren Namen.
Der Name von Alcatraz leitet sich von dem Wort Isla de los Alcatraces („Tölpel-Insel“) ab.
Zur damaligen Zeit nisteten viele Tölpel auf der Insel, und auch heute noch ist Alcatraz ein Vogelschutzgebiet.
Die Befestigungsanlage wurde in der Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges als Militärgefängnis umfunktioniert und in der Zeit
des 1. Weltkrieges wurden dort Wehrdienstverweigerer inhaftiert.
Von 1933 bis 1963 wurde Alcatraz dann zum berüchtigsten und gefürchtesten aller Bundesgefängnisse der USA für unverbesserliche Straftäter.



Mehr als 250 Häftlinge wurden zur gleichen Zeit nie im Gefängnis untergebracht. Die durchschnittliche Aufenthaltszeit der Häftlinge betrug zehn Jahre und sie bekamen in dieser Zeit niemals eine Zeitung zu lesen,
ein Radio oder Fernseher zu Gesicht. Sie durften auch nur im Monat für eine Stunde Besuch erhalten.
Aufgrund dieser Maßnahmen wurden die Häftlinge völlig von der Außenwelt isoliert. Der eintönige Gefängnisalltag – selbst Arbeit galt als Privileg – und die fantastische Aussicht auf San Francisco und die Golden Gate Bridge verschlimmerten die Haft.
Die Häftlinge konnten alle Schiffe sehen, die in den Hafen einfuhren.
Wenn ein Häftling gegen die Gefängnisregeln verstieß, wurde er in Isolationshaft genommen.
Dies war die drastischste Strafe für einen Gefangenen. Er musste 18 Tage in einer Einzelzelle,
die entweder 24 Stunden konstant beleuchtet oder dunkel war, ausharren.
Die eiskalten Wassertemperaturen, die tückische Strömung und die Anzahl der Wärter (auf drei Insassen kam ein Wärter)
machten die Gefängnisinsel fast ausbruchsicher. Außerdem gab und gibt es auch Haie in der Bucht.
Von den insgesamt 1.576 Häftlingen, die in den drei Jahrzehnten in Alcatraz inhaftiert waren,
versuchten nur 34 einen Ausbruch bei 14 verschiedenen Versuchen.
23 wurden innerhalb einer Stunde noch auf der Insel wieder gefangen, sechs auf der Insel erschossen und von fünf hat man nie wieder was gehört.
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